Nachlese


07. Juni 2017

 

Kontrastprogramm zur Jazztime in der Median Salze Klinik

 

Im Gegensatz zur traditionellen Jazztime-Veranstaltung an Pfingsten vor dem Hildesheimer Stadttheater wird in der Median Salze Klinik traditioneller Jazz geboten. Wieder schwärmen die Altjazzer der Roman Street Paraders ins Lammetal aus und erfreuen die Patienten mit frischem Jazz aus New Orleans.

 

Die Mucke wird gleich vom ersten Stück an dankbar aufgenommen und der Beifall brandet immer wieder herzlich auf. Dabei stört auch wenig die akustische Untermalung beim Herumzeigen von Schnappschüssen auf dem Smartphone. Sehr beeindruckt sind die Zuhörer erkennbar bei der Darbietung der ruhigen, gefühlvollen Balladen, dargeboten von der Soloklarinette. Wie es so kommen muss: Als Zugabe wird sehr gern das Wiegenlied von Brahms akzeptiert, gewissermaßen ein musikalisches Betthupferl.

 


 16. November 2016

 

Alte Jazzmusik unter neuem Dach

 

Nach mehreren Jahren musikalischer Patientenbetreuung durch die Roman Street Paraders, befindet sich die Salze Klinik nun in der Trägerschaft der MEDIAN Kliniken GmbH.
Eins ist sicher: Auch unter der neuen Bezeichnung „MEDIAN Salze Klinik Bad Salzdetfurth“ sind Monat für Monat eine Stunde Dixieland, Blues und Swing in der Salze Klinik garantiert!

 

Als die Jazzer von der Innerste zu ihrem November-Date in der Klinik ankommen, treffen sie auf ein zahlreich erschienenes Patientenpublikum, das außergewöhnlich gut gelaunt erscheint. Der erste Eindruck trügt nicht, denn gleich das erste gebotene Thema „Hello Dolly“ löst sofort einen fröhlichen und stimmungsvollen Impuls aus. So steigert sich die Zustimmung der Anwesenden von Stück zu Stück und selbst die bluesig-gefühlvollen Themen lösen offene Begeisterung aus.

 

Auffällig ist die inzwischen durchaus lebhafte Kommunikation zwischen Patienten und Musikern. Das gibt es auch nicht alle Tage. Wie von selbst gestaltet sich die Begegnung im Wintergarten der Klinik zu einer jazzfröhlichen Party.

 

Ohne Zugabe dürfen die Altmucker natürlich nicht ihre Siebensachen packen, vielmehr wird die Frage nach dem Zubettbringen mit dem „Wiegenlied von Brahms“ mit einem lebhaften „Oh jaaa!“ beantwortet.

 

Wie schon so oft entspinnen sich auch diesmal wieder sehr nette Gespräche zwischen den Feierabendmusikern und den sichtlich beeindruckten Zuhörern. Nicht wenige nehmen zur Erinnerung an die Lieben daheim auch noch einen Silberling der Jazzband mit nach Hause


01. Oktober 2016

 

Semesterabschluss mit Fingerfood und Dixieland

 

Wenn in den Gefilden von St.Ansgar in Hildesheim die Elisabeth-von-Rantzau-Schule ihren Semesterabschluss begeht, sind die Roman Street Paraders zur Stelle, so auch in diesem Jahr.

 

Kaum ist der Festakt zu Ende, die Schlussrede verklungen, strömen die hungrig gewordenen Beteiligten zu den lukullischen Köstlichkeiten, die im Foyer angerichtet sind. Niemand muss sein Fingerfood trocken zu sich nehmen; denn als akustische Dreingabe wird nun schon traditionsgemäß Oldtimejazz aus Hildesheim als Ergänzungsnahrung gereicht.

 

Mehr als wohlwollend wird die akustische Untermalung zur Kenntnis genommen und hier und da entpuppt sich ein Gast als kenntnisreicher Jazzfan. Professor Ehbrecht, der Chef im Ring und Jazzfreund, schaut auch mal zwischendurch vorbei und das reizende Personal steht sowieso auf Dixieland.

 

Nicht zuletzt haben die Musiker ihren Spaß an dem kleinen Event am Lönsbruch und nutzen auch die Chance, den einen oder anderen Fingerspießhappen zu ergattern.

 


29. Juli 2016

 

Jubiläumsjazz: Opa wird 90

 

Ein denkwürdiger Tag im Leben der Roman Street Paraders: Opa wird 90 Jahre alt.

 

Zu diesem Ereignis hat der Jubilar, Gründer der Jazzband und langjähriger Bandleader, in die Kupferschmiede in Hildesheim eingeladen. Wie sich das gehört, ist natürlich Livemusik „seiner Jungs“ angesagt. Und so übernehmen die Altjazzer von der Innerste die Aufgabe der musikalischen Betreuung dieser außergewöhnlichen Veranstaltung.

 

Bei angenehmen Sommertemperaturen ergeht man sich zunächst im Restaurantgarten, um anschließend sich dem abendlichen Büffet zu widmen. Helmut, Trompeter seines Zeichens, trägt einige liebevoll gereimte Verse auf Opi vor und lockt nicht nur leichtes Schmunzeln sondern auch gelegentlich einen Brüller hervor. Neben der Familie mit Kindern und Kindeskindern sind es natürlich die aktiven und passiven Jazzfreunde, die diesen Abend zu einer sehr schönen Begegnung werden lassen.

 

Der Gefeierte selbst hat sichtbar große Freude über die vielen Musikstücke, die er natürlich alle aus langjähriger Routine bis ins kleinste Detail kennt und hier und da auch ein wenig Wehmut aufkommen lassen. Fazit: Für alle Beteiligten ein wunderschöner Abend!

 

Einer der Gäste räumt im Gespräch ein, sich angesichts eines 90.Geburtstages auf einen ruhigen Abend eingestellt zu haben. Stattdessen hat ihn die für ihn überraschend fetzige Jazzmusik förmlich aus dem Häuschen gebracht


02. März 2016

 

Tag der offenen Tür in der Oskar-Schindler-Gesamtschule Hildesheim

 

Endlich haben die Roman Street Paraders Gelegenheit, sich bei der neuen Leiterin der Schule, Frau Andrea Berger, bekannt zu machen. Auch für Frau Berger dürfte es interessant sein, zu erfahren, was die Band als langjährige Nutzer der Schule als Übungsstätte musikalisch anzubieten hat. Nach der Reaktion von Schülern, Lehrern und Schülerinnen und Schülern zu urteilen, dürfte das Urteil ausgesprochen positiv ausfallen.

 

Nach einer eineinhalbstündigen Performance in der neuen Mensa haben die Roman Street Paraders ausreichend Gelegenheit, einen Einblick in ihr Repertoire zu geben. Wie es scheint, hat Frau Berger ihre „Hausband“ voll akzeptiert und weitere Begegnungen zwischen Schule und Band in Aussicht gestellt.

 

Nach anfänglichem Fremdeln seitens der Schüler, kommt es doch Stück für Stück zu netten Begegnungen zwischen den Generationen. Mehrere Schüler outen sich als aktive Musiker und haben Spaß, sich mit den alten Hasen über Oldtimejazz zu unterhalten.  

 

Zweifellos ist hier eine gute Grundlage geschaffen, um weitere Begegnungen zwischen Jung und Alt zu arrangieren.

 


27. Januar 2016

 

Roman Street Paraders eröffnen die neue Saison mit Reha-Jazz

 

Noch haben die Mucker die großartige Stimme von Bill Ramsey anlässlich der Swingin` HI- on-Christmas-Veranstaltung 2015 im Ohr, da steht schon der beliebte Termin in der Salze Klinik von Bad Salzdetfurth an. In kleiner feiner Besetzung, weitgehend unplugged werden diverse Jazzhappen aus der New-Orleans-Ära verabreicht. Dem aufmerksamen Publikum scheinen sie zu munden und dementsprechend hangeln sich die Feierabendmusiker aus dem Potte durch die traditionelle Jazzgeschichte. Selbst ein ohne Mikrofon vorgetragenes Stückchen, mit Pianissimo begleitet, kommt bestens an.

 

Nach gut einer Stunde verabschiedet man sich von einander: Die Musiker haben viel Spaß gehabt, die Zuhörer, respektive Patienten, sind heiter beschwingt und scheinen ihre aktuellen Probleme vorrübergehend vergessen zu haben. So mancher nimmt noch ein silbernes Scheibchen mit, zur Erinnerung an einen netten Abend in der Salze Klinik.

 

 


07. Oktober 2015

 

Akademiejazz bei St. Ansgar

 

Was wäre die Elisabeth-von-Rantzau-Schule in den letzten Oktobertagen eines jeden Jahres ohne die feierliche Verabschiedung der erfolgreichen Absolventen und Begrüßung der Neueinsteiger. Nach nun schon alt hergebrachter Sitte gibt es zu diesem Anlass leckeres Fingerfood und Original-Dixieland von den Roman Street Paraders.

 

Für Professor Ehbrecht ist dies ein besonderer Tag im Kalender und ein Beweis für die enge Verbundenheit mit der RSP-Band.

 

In diesem Jahr zeigt sich das Herbstwetter von einer kühl-nassen Seite, so dass die Mucker von der Innerste schon ihren beliebten Open-Air-Termin wanken sehen. Doch allen Unkenrufen zum Trotz klart es leicht auf, so dass das fröhliche Zusammensein auf der Terrasse nach dem Festakt steigen kann.

 

Die Livemusk kommt bei Studierenden, Lehrpersonal und Gästen sofort gut an, so dass die Musiker leichtes Spiel haben, um die Stimmung anzuheizen. Bei diesem Stichwort darf ruhig erwähnt werden, dass die gefühlten Außentemperaturen durchaus als klamm zu bezeichnen sind. Da fügt es sich, dass eine Dozentin tatsächlich einem der beiden Gitarristen die Hände zum Aufwärmen reicht.

 

Auch die bewährten „Damen vom Grill“, als gute Geister bei der schönen Veranstaltung schon langjährig erfahren, zeigen immer wieder, wie ihnen die dargebotene Musik Freude bereitet. Am Ende wundert es gar nicht, dass Professor Ehbrecht die Band gleich für das kommende Jahr wieder fest verpflichtet.

 


30. August 2015

 

Volksfest Algermissen bietet Nischenjazz für Oldtimefans

 

Nachdem beim dreitägigen Fest der Volksfestgemeinschaft Algermissen die große Show der NDR-Party am Samstag im großen Zelt vorüber ist, geben sich die Traditionsmucker aus Hildesheim am Sonntag an gleicher Stelle die Ehre. Dem Besucheransturm zufolge muss die Nacht davor sehr kurz gewesen sein, denn nur zögernd tröpfeln einige Besucher in das Riesenzelt.

 

Da die Bühne wegen des NDR-Equipments nicht zur Verfügung steht, breiten sich die Jazzer aus dem Potte vor der großzügig bemessenen Fläche vor der Bühne aus. Schnell wird deutlich, dass in Algermissen nicht nur Volksmusik gefragt ist; denn ein harter Kern von Jazzfans hat sich auf der gegenüberliegenden Seite des Festzeltes gemütlich eingerichtet und reagiert auf die vorgetragenen Jazzthemen mit enthusiastischen Freudenbekundungen. Dadurch motiviert, spielt die Band mit zunehmendem Vergnügen, was sofort am Ende des Saales lebhaft honoriert wird.

 

Was die Organisation der Veranstaltung zwischen den Veranstaltungen betrifft, fühlt sich die Band etwas allein gelassen, was aber durch den Zuspruch der begeisterten Fans mehr als wettgemacht wird.

 


08. August 2015

 

Oldtimejazz auf Lave`s Pfad

 

Wenn ein rüstiger 80jähriger Jazzfan Geburtstag feiert, sind die Roman Street Paraders natürlich zur Stelle und übernehmen wunschgemäß die musikalische Betreuung. Im traumhaft schönen Ambiente des Glashauses am Lavespfad von Derneburg baut sich die Band angesichts des strahlenden Hochsommerwetters am grünen Wiesenhang auf. Inzwischen haben sich die Gäste des Jubilars vor dem Glashaus eingerichtet und genießen offensichtlich die Getränke und die gereichten Fingerfood-Spezialitäten.

 

Die Musik ist als Background gedacht und soll das harmonische Bild von Lave`s Baukunst und üppiger Gartengestaltung inmitten bezaubernderer Kulturlandschaft vervollständigen.

Der Gastgeber ist voll des Lobes ob der kleinen und feinen Performance der Musiker aus dem Hildesheimer Potte. Dieser Meinung schließen sich auch die zahlreichen Gäste an und bedanken sich nach Ende der Vorstellung mit warmherzigem Applaus. Derweil sind die Tische im Glashaus hergerichtet und das Abendbüfett wartet darauf, verspeist zu werden.

 


19. Juli 2015

 

Otti-Schacht Clausthal – Dauerregen lässt Dixieland davonschwimmen

 

Alle Jahre wieder steht der Frühschoppen am Otti-Schacht auf dem Programm der Roman Street Paraders, so auch im Jahr 2015. Doch die Wettervorzeichen scheinen bereits nichts Gutes zu verheißen. Die Mucker treffen sich am Café del Sol und angesichts des massiven Dauerregens gelingt es kaum aus den Autos heraus untereinander in Kontakt zu treten. Neben Gastbassist Lomi ist auch Hans Häfker, der starke Posaunist aus Bodenwerder dabei. Der Vollblutjazzer ist sturmerprobt und steht pünktlich zum Einsatz bereit. Der Jazzertrupp macht sich also wild entschlossen auf die Reise.

 

Neben dem heftigen Dauerregen gesellt sich als Hemmnis auch noch eine Straßensperrung in Clausthal hinzu, die zu einer unvorhergesehene Rundfahrt durch den schönen Harzort zwingt.

 

Als die Jazzer den Otti-Schacht erreichen, macht Volker, der entgegenkommende Veranstalter mit trauriger Miene klar, dass die Veranstaltung unter diesen Umständen gecancelt werden musste. Nach eigenen Worten ist ihm dabei zum Heulen zumute.

 

Die wettkampferprobten Mucker aus Hildesheim verdauen professionell den Schock und können durch eine spontane Fahrt mit der Grubenbahn durch das Wiesengelände bis zum Bahnhof Clausthal, dem Ganzen sogar noch etwas Positives abgewinnen.

 

Die Hildesheimer verabschieden sich von den Gastgebern mit dem Versprechen, im kommenden Jahr erneut den Weg zum Otti-Schacht zu wagen.

 


01. Oktober 2014

 

Goldener Oktober beginnt in der Salze Klinik mit Oldtimejazz

 

Nachdem der Tag noch einmal milde spätsommerliche Temperaturen beschert hat, stellen sich die Roman Street Paraders rechtzeitig zum abendlichen Dixie-Event in der Salze Klinik ein. Immer mal wieder kommt es durch temporäre Abwesenheit einiger Ensemblemitglieder zu neuen personellen Arrangements. So geschieht es auch dieses Mal. Vorn stehen, wie zwei deutsche Eichen Helmut an der Trompete und Willy an der Schwarzwurzel, auch Klarinette genannt. Dahinter gruppieren sich die Rhythmusknechte Gerd und Klaus an Banjo und Gitarre. Den Abschluss bilden swingend und groovend Bert am E-Bass und Dieter am Keyboard. Dermaßen aufgestellt wird Dixieland und Swing geboten, der die anwesenden Patienten bald den Grund ihres Klinikaufenthaltes vergessen lässt.

 

Man sieht schmunzelnde Gesichter und wippende Fußspitzen, alles untrügliche Zeichen dafür, dass die Musikperformance ankommt. Besonders die gefühlsbetonten Balladen lassen der Band viel Raum für das Ausspielen der wohlklingenden Akkorde. Dabei entlockt Dieter seinen schwarzen und weißen Tasten teils auch recht ausgefallene Phrasen. In der kurzen Pause erkundigen sich einige Anwesende nach Gastspielen der Band für eigenen Bedarf. Offensichtlich sind hier Wünsche geweckt worden.

 

Das Fazit: Auch in Überraschungsformation vermögen die Roman Street Paraders ihr Publikum zu überzeugen.  

 


18. September 2011

 

Jazz und Schnaps zum Herbstmarkt in Groß Hehlen

 

Nach Aussagen von Ohrenzeugen nimmt der Chronist die Meldung zur Kenntnis, dass die RSP-Band aus dem Hildesheimischen mal wieder einen starken Eindruck am Celler Tor hinterlassen hat.

 

Nach dem nun schon obligatorischen Schluck „Hehlentiner Bürgermeistertropfen“ aus dem bekannten Heidehotel „Celler Tor“ und aufgeputscht durch die werbewirksamen Ansagen des seit Jahren bewährten Organisators und Moderators Bernd Heindorff, muss sich eine regelrechte Fangemeinde gebildet haben. Auch der Andrang bis zum Bühnenrand soll enorm gewesen sein.

 

Beflügelt durch die beschwörenden Ansagen soll auch der CD-Verkauf außerordentlich gewesen sein. So gesehen hat sich die Fahrt ins Celler Land für die Hildesheimer mal wieder mehr als gelohnt und auch Gastbassist Lommi wird sicher sein Freude dabei gehabt haben.

 


09. April 2010

 

Oldtimejazz bei der Lebenshilfe Celle

 

Die Lebenshilfe Celle feiert an ihrem Standort Nienhagen einjähriges Bestehen. Zu diesem Zweck hat man sich dieses Mal für die musikalische Unterhaltung Jazz aus Hildesheim ausgesucht. Wie sich bald herausstellt, kommt die Musik sehr gut an.

 

Nicht wenige auf dem weitläufigen Betriebsgelände treten näher heran und stellen fachkundige Fragen zur Musik der Oldtime-Veteranen. Auch der Geschäftsführer äußert sich angenehm überrascht und macht ein ausgesprochen zufriedenes Gesicht. Selbst zum Schluss, als praktisch nur noch Standpersonal die Stellung hält, geht die Musik noch mal richtig ab und es plätschert herzlicher Applaus herüber zum Musikerpavillon. Wie der Geschäftsführer der Lebenshilfe Celle zu verstehen ist, dürfte das nicht der letzte Auftritt der Roman Street Paraders bei der Lebenshilfe gewesen sein.

 


16. August 2009

 

Geburtstagsjazz im Söhrer Forsthaus

 

Die Roman Street Paraders fungieren an diesem sommerlich-sonnigen Sonntagmorgen als Überraschungsbonbon. Und in der Tat: das 70-jährige Geburtstagskind zeigt sich ehrlich angenehm überrascht, als es der kleinen Live-Formation auf der Terrasse des herrlich am Waldrand gelegenen Hotelanwesens ansichtig wird. Die Eröffnungsdrinks werden bei Schmusejazz zelebriert, anschließend zieht sich die Gesellschaft zum gepflegten Mahle in den Festraum zurück.

 

Bei geöffneter Flügeltür werden den Gästen laufend jazzige Töne serviert, denen stets gepflegter und gedämpfter Applaus antwortet. Nach dem Mahle ergeht man sich bei Kaffee und Schnäpschen im Freien und lauscht nun sehr aufmerksam den Klängen der Band, die sich bei wanderndem Sonnenschein immer mehr hangaufwärts bewegt, um von leichter Anhöhe aus die Gäste mit gepflegtem Swing einzuhüllen. Die Szenerie verströmt heitere Gelassenheit.

 

Als das letzte Stück verklungen ist, gibt es lauten Protest. Ein Thema muss noch sein. Danach verabschiedet sich die Band, eingedeckt in anerkennenden, ehrlichen Applaus von Gastgeber und Gästen.  

 


28. Mai 2007

 

Mit dem Bockbier-Express auf den Brocken

 

Die höchste Mucke, die die Band je erlebt hat, führt auf Norddeutschlands höchsten Berg, den Brocken.  Das Motto des Pfingstmontages lautet: Mit dem Bockbier-Express auf den Brocken!“ Das Rundumwohlfühlpaket für die Gäste beinhaltet die Fahrt mit dem Dampfsonderzug der Harzer Schmalspurbahn HSB ab Wernigerode zum Bockbieranstich beim Brockenwirt. Im Fahrpreis enthalten sind: Platzreservierung für die zweistündige Fahrt auf den Brocken,  musikalische Begleitung durch die Roman Street Paraders, auf dem Gipfel im Brockenhotel  ein halber Liter Bockbier, Kesselgulasch sowie Dixieland „satt“. Bei einer Verlosung sind  auch noch eine Übernachtung für zwei Personen ausgelobt. Dieses Angebot, vorwiegend über das Internet verbreitet, lockt Jazz- und Bergfreunde an, auch solche, die einen weiteren Weg zurückzulegen haben, z.B. aus dem Vogtland oder von der Ostseeküste.

 

Als die Band kurz nach Abfahrt um 9.40 Uhr aus dem trübregnerischen „Dampfbahnhof“ von Wernigerode im mittleren Teil des Sonderzuges die ersten jazzigen Lieder anstimmt, macht sich sofort Begeisterung breit. Nach mehreren Kurven durch den regenverhangenen und mit locker herumliegenden „Grawensmännern“ garnierten Hochharzwald steigt die Stimmung mit jedem erklommenen Höhenmeter spürbar. Die Durchfahrung des einzigen Tunnels auf dieser verwunschenen Strecke, verbunden mit vorübergehender völliger Dusterheit, wird lautstark kommentiert. Reizende Wandergesellen mit zum Teil harten Getränken ausgestattet, reichen schon mal kleine Fläschchen mit Schierker Feuerstein durch, offensichtlich um die Band anzuspornen, nur nicht mit der Darbietung bekannter Jazzmelodien nachzulassen.

 

Die eingeschobenen Halte auf der Strecke, wie in Steinrenne, Drei Annen-Hohne und Schierke werden  trotz inzwischen schauerlicher Regenfälle zu ausgiebiger Kommunikation im Zug und auf dem Bahnsteig genutzt. Zwischendurch liefert der äußerst sympathische Zugbegleiter der Harzer Schmalspurbahn wissenswerte Fakten zur Geschichte der Harzer Schmalspurbahn, die über eine der längsten zusammenhängenden Strecken dieser Art in Europa verfügt.

 

Gegen 11:00 Uhr laufen wir, nun bereits jenseits der Baumgrenze, auf dem Gipfelbahnhof ein und finden uns bei Regen, Nebel, Wind und sehr mäßiger Außentemperatur in einer  sehr speziellen Welt wieder. Die wenigen Hundert Meter zum Brockenhotel sind per pedes und mit Klampfe unter dem Arm bald erreicht und schon finden wir uns im Goethesaal des Brockenhotels wieder. Dieser Saal hat schon manches herausragende Ereignis gesehen, von der Theateraufführung der Rockoper „Faust“ bis zur Konferenz der Deutschen Innenminister.

 

Brockenwirt Steinhoff heißt die gutgelaunten Dampfzugfahrer in seinem Haus herzlich willkommen und zelebriert den angekündigten Bockbieranstich. Anwesend sind natürlich auch die Honoratioren der Harzregion wie z.B. zwei Landräte und der Ortsbürgermeister von Schierke. Derweil bereitet die Band  ihren Auftritt vor, nachdem das Musik-Equipment  von den Veranstaltern nicht nur im Sonderfahrzeug auf den Brocken bugsiert, sondern auch die Instrumente fein säuberlich im Goethesaal  bereitgestellt worden sind.

 

Mit dem Bieranstich beginnen wir unsere musikalische Performance und spüren rasch, dass der Funke  trotz Nebels und Sauwetters hinter den dreifach verglasten und gesicherten Scheiben überspringt. Bereits nach wenigen Minuten kommt Brockenwirt Steinhoff herüber und meint, dass die Musik genau nach seinem Geschmack sei. Wie er uns anschließend immer wieder versichert gilt dies im übrigen auch für die Anwesenden im Saal, die – vielleicht auch gelockert durch das süffige Bier – sich als echte Fans von Oldtimejazz entpuppen. Nach rund drei fröhlichen Stunden im Goethesaal lässt sich Herr Steinhoff zu der perspektivischen Äußerungen hinreißen: Das machen wir im nächsten Jahr wieder!“ Diesen Vorsatz scheinen auch die Gäste im Sinn zu haben, denn der Brockenwirt ruft uns zum Schluss zu: „Die kommen alle wieder!“

 

So verabschieden wir uns von einer fröhlichen und ungemein sympathischen Dampfzuggesellschaft und genießen die Talfahrt bei aufreißendem Himmel und vereinzelten blauen Flecken am Himmel. Wir trudeln am frühen Abend im Dampfbahnhof Wernigerode ein und treten mit einem sehr guten Gefühl für einen außergewöhnlichen Muckertag die Heimreise an.

 


14. Juli 2006

 

Geburtstagsständchen im Lindenhof, Hildesheim-Ochtersum

 

Die RSP feiern mit einem zünftigen Ständchen den Geburtstag ihres Ehrenspielführers Horst „Opa“ Kratzke zu dessen 80. Wiegenfest. Der Clou: Opa ahnt nichts von der ganzen Unternehmung . Nur Sohn Rainer ist eingeweiht und hat die geheime Aktion gemanagt. Als Opa mit seinem Festgefolge einläuft, haben sich die Mucker in die Büsche des Biergartens geschlagen und kommen phantomartig aus der Deckung .

 

Als Opa „seine Mannen“ wahrnimmt ist er „von den Socken“. Hurra, die Überraschung ist gelungen! Die Band trägt einige schwungvolle Evergreens vor, unplugged und draußen. Nach der musikalischen Aufwartung überreichen die Muckerfrauen langstielige Rosen. Als sich Opa mit seinen Lieben zum festlichen Mahle zurückzieht, verdrücken sich die Jazzer samt Frauen in alle Himmelsrichtungen. Einige sollen noch im Biergarten hängengeblieben sein!   

 


5. November 2005

 

22. Nordhäuser Jazzfest im Stadttheater Nordhausen

 

Ein weiterer Höhepunkt im nicht gerade highlightarmen Jahr 2005 ist die Teilnahme von RSP am Nordhäuser Festival. Unter dem Motto „JAZZrabazz“ sind Musikformationen unterschiedlicher Stilrichtungen eingeladen, von Freejazz über Jazz-Rock bis Oldtimejazz. Der Hauptact des Abends  ist der Auftritt der hr Bigband mit dem Programm HR BIGBAND PLAYS RAY CHARLES. Solist des Abends ist Jeff Cascaro, seines Zeichens Professor an der Musikhochschule Weimar im Fach Jazzgesang.

 

Mit großer Erwartung reisen wir am frühen Nachmittag an und erreichen mit Einbruch der Dämmerung Nordhausen. Nach kurzer Station im Hotel fahren wir direkt zum Theater und  schaffen unsere Bandbagage zu unserem vorgesehenen Spielort im Foyer des 1. Ranges. Wir finden einen sehr schönen bestuhlten Raum vor, mit schwingendem Podium und echtem ausgewachsenen Konzertflügel. Gegen 19.00 Uhr haben wir alles aufgebaut und auch den obligatorischen Soundcheck absolviert. Nach einem kleinen Rundgang im schönen Theater, in dem es inzwischen wuselt und summt. Neben den diversen Musikern, die Flure und Treppenhaus bevölkern, nehmen wir auch erstmals Kontakt zum Veranstalter auf, dem Vorsitzenden des JAZZ-Club Nordhausen e.V.: Dieter Gabriel.

 

Wir fahren ins Hotel „Zur Sonne“ zurück. In gemütlicher Runde nehmen wir Nahrung auf, um die voraussichtlich anstrengende Nacht zu bestehen. Gegen 21.00 Uhr starten wir zur langen Jazzrabazz-Nacht. Wir haben die Chance hier und da durch einen Türspalt die hr Bigband mit ihrem Gesangsstar agieren zu sehen und zu hören. Die Stimmung im großen Saal scheint hervorragend. Das Haus ist ausverkauft! Gegen 22.00 Uhr endet das Konzert der Bigband und die übrigen Bands und Solisten kommen zum Zuge. Vom Keller bis zum Dach auf allen Rängen und in allen Foyers tummeln sich die Musiker. Wir wandeln umher und genießen vor unserem Auftritt die Atmosphäre im Nordhäuser Musentempel. Wir landen schließlich im Künstlerkeller und versuchen tapfer dem Phongewitter einer Jazz-Rock-Formation standzuhalten. Bevor der Arzt kommt, suchen wir das Weite und stellen fest, dass andere Formationen mit deutlich geringerer Phonzahl auskommen.

 

Unser Auftritt ist für die Zeit von 23.00 bis 2.00 Uhr vorgesehen. Als wir unser musikalisches Domizil aufsuchen, sind alle Sitzplätze bereits belegt. Im Gespräch erfahren wir, dass man sich auf unseren Auftritt bereits häuslich eingerichtet hat und geduldig auf die Roman Street Paraders wartet. Die Erwartung, dass es bald losgehen möge, steigt nicht nur bei den Besuchern sondern auch bei uns selbst. Schließlich  bekommen wir grünes Licht vom Veranstalter und entern Punkt 23.00 Uhr das Podium.  Die ersten Themen laufen gut, wir fühlen uns wohl, das Publikum reagiert schnell und sehr freundlich. Zwei Hauptscheinwerfer sorgen dafür, dass das Blut in Wallung gerät und die Maschinerie die richtige Betriebstemperatur bekommt.

 

Wir spielen Sets von jeweils 45 Minuten und haben so immer wieder Gelegenheit, mit unseren Gästen in Kontakt zu treten. Bei aller Bescheidenheit: Wir kommen sehr gut an und die Stimmung steigt. Zu vorgerückter Stunde hat sich eine ganz fest Fangruppierung etabliert, die entdeckt, dass man nach Oldtimejazz auch tanzen kann. Schließlich scheint es niemanden mehr im Saal auf dem Stuhl zu halten. Das ist genau der richtige Moment für eine solistische Darbietung. Folgerichtig serviert Friedhelm auf der Posaune „Sweet Georgia Brown“. Das Ding läuft wie geschmiert und die Publikumsreaktion ist entsprechend enthusiastisch.

 

In den Pausen bekommen wir dermaßen reizende Komplemente, unsere Musik betreffend, dass man hätte rot werden können, aber das ist bei den erhitzten Köpfen und Körpern kaum noch wahrzunehmen. Ein ausgewiesener Jazzfan in weißem Jacket lässt sich zwischendurch inmitten der Band ablichten und posiert stolz wie Oskar vor der Kamera. Als es auf 2.00 Uhr geht und wir die hottende Meute ins Bettchen schicken wollen, gibt es heftigen Protest. Wir spielen einen alten Hit nach dem anderen, selbst Ice Cream steht auf der Speisekarte.

 

Mit dem Wiegenlied von Brahms schicken wir das großartige Nordhäuser Publikum schließlich heim. Der Uhrzeiger bewegt sich auf halbdrei!  Der Veranstalter kommt vorbei und bedankt sich bei jedem Musiker einzeln. Auch unsere Gäste verabschieden sich herzlich und dankbar. Nach dieser Supermucke packen wir unser Equipment zusammen und schaffen die Klamotten über die endlos langen Treppen nach draußen. Mehrere Nordhäuser Fans sind uns beim Transport behilflich. Wann hat es so etwas jemals gegeben? Beschwingt fahren wir ins Hotel und lassen bei Aldi-Notbier aus Friedhelms Kofferraum die lange Nacht von Nordhausen noch mal Revue passieren.

 

Nach einer kurzen Nacht finden wir uns am Sonntagmorgen beim gemeinsamen Frühstück ein und schaukeln anschließend in aller Muße den heimatlichen Gefilden entgegen.

 


25./26. Juni 2005

 

Internationales Jazzfestival in Quedlinburg

 

3. Quedlinburger Dixieland & Swingtage

 

Ein besonderes Highlight in der Bandgeschichte der RSP ist der Besuch des zweitägigen Festivals in Quedlinburg. Die Band kann sehr stolz sein, zu den ausgewählten acht Bands zu gehören, die eingeladen worden sind.

 

Wie der Vorsitzende des Freundeskreises “Quedlinburg swingt” e.V., Dieter Ibe am Abend während unseres ersten Auftritts im Hotel Zur Goldenen Sonne erzählt, haben sich die Vereinsmitglieder einige Wochen durch Stapel von eingesandten CDs der Bewerberbands gehorcht.

 

Acht Bands haben sich herauskristallisiert:

 

Dixiesyncopators - Arnstadt,

Dusty Lane Jazzband - Duisburg,

Hot Memory Backtime Band - Dänemark,

Old Time Memory Jazzband - Jena,

Roman Street Paraders - Hildesheim,

Spicy Advice Ragtime Band - Schweden,

The Touchest Tenors - Berlin,

Jugendjazzorchester - Sachsen-Anhalt.

 

Acht ausgewählte Hotels in Quedlinburg beteiligen sich am Festival und stellen ihre Räumlichkeiten am Samstag/Sonntag zur Verfügung. Jede teilnehmende Band gastiert am Abend sowie am nächsten Morgen in je einem Hotel. Für den Nachmittag ist die große Schlussveranstaltung auf dem Marktplatz vorgesehen. Hier haben die angereisten Jazzfans und die Quedlinburger Gelegenheit, alle Bands nacheinander in Kurzauftritten zu erleben. Die RSP gastiert am Samstag Abend im Hotel Zur Goldenen Sonne. Als wir nach einer intensiven Regenfahrt in Quedlinburg ankommen scheint die Sonne wieder, allerdings ist es wie in den vorhergehenden Tagen immer noch drückend schwülwarm. Glücklicherweise dürfen wir uns im offenen Innenhof des jahrhundertealten Fachwerkhauses aufstellen. Wie wir erfahren ist das Hotel ausgebucht mit Jazzfans.

 

Wir eröffnen den Abend zünftig und schwingen uns ab 21 Uhr mit unseren Gastmusikern Ulli Gehl an der Klarinette sowie Helmut Hoppe an den drums ein. Das Publikum gerät immer wieder in Bewegung, die einen kommen, die anderen gehen von und zum nächsten Jazztreffpunkt. Interessanterweise hält sich aber auch ein harter Kern von Fans bis zum Schluss bei uns im Innenhof auf. Die Veranstalter, die immer wieder vorbei sehen, sind mit dem Verlauf der gesamten Veranstaltung sehr zufrieden. Die Atmosphäre ist äußerst locker, entspannt und sehr freundschaftlich. Als wir weit nach Mitternacht einpacken, rufen uns einige zu: Also dann bis morgen zum Frühstück!” Wir Mucker nutzen noch die Zeit zum Absacken im Hof. Manch tiefschürfendes Gespräch wird geführt und das Bier schmeckt wie lange nicht.

 

Nach einer hitzestickigen Nacht im Hotelzimmer finden wir uns alle, relativ fit beim Frühstück zusammen. Nach einer kurzen Begehung der Innenstadt werden wir von unserem Festival-Guide zum nächsten Auftrittsort gelotst, dem Romantik Hotel Am Brühl. Hier haben wir das Vergnügen, von einer Terrasse herab in Richtung Gartenanlage samt den darin enthaltenen Gästen zum Frühschoppen zu spielen.

Wir finden sehr gute Resonanz bei den Jazzfreunden und erfüllen auch gern Publikumswünsche. Nach dem von allen Seiten bestens aufgenommenen Auftritt, werden wir noch vom Hotelchef zum Mittagessen im Hotelgarten eingeladen.

 

Allzu viel Zeit bleibt allerdings nicht zum Verweilen, da noch der krönende Abschluss, nämlich der Auftritt auf dem Marktplatz vor großer Kulisse aussteht.

Wir schlängeln uns mit unseren Autos samt Bandgepäck durch die Altstadt und schlagen uns mit unseren Instrumenten zu Fuß zum Marktplatz durch. Wir erreichen die Hauptbühne inmitten des von einer dichtgedrängten Menge besetzten Marktplatzes. Als erstes betreten die Jazzfreunde aus Dänemark die Bühne, da sie den weitesten Weg nach Hause haben. Wir erfahren, dass wir an 4. bis 5. Stelle dran sind. So erleben wir zum ersten Mal, die Aufritte der beteiligten Bands bei diesem Festival. Vor uns ist die Band aus Duisburg auf der Bühne, die mit ihrer indonesischen Sängerin nicht nur musikalisch sondern auch optisch glänzen kann.

 

Anschließend entern wir die Bühne, jeder schnappt sich ein Mikro und schon legen wir los. Wir spielen vier Stücke und ernten dafür großen Applaus. In der Menge erkennen wir auch einige treue Fans vom Abend zuvor und vom Frühschoppen wieder. Recht jazzselig verlassen wir die freundliche Stätte und treten den Heimweg an. Zurück bleibt die Erinnerung an ein nicht nur klimatisch heißes Wochenende in unserer nun schon langwährenden Bandgeschichte.

 


04.-06. Mai 2005

 

6. Töwerland Musikfestival vom 4.bis 6. Mai 2005 auf Juist

 

Die RSP machen sich zu ihrer ersten mehrtägigen Tournee auf.

Die Anreise über die BAB Richtung Norden gestaltet sich zunächst unproblematisch. Dann jedoch werden die beiden hintereinander fahrenden Fahrzeuge bei Oldenburg auf der Autobahn getrennt: Vollsperrung und Umleitung.

 

Helmut und Gerd schlagen sich auf der landschaftlichen sehr schönen Stecke Richtung Papenburg durch und steuern dann nordwärts nach Leer. Friedhelm, Klaus und Frank benutzen die Autobahn Richtung Emden. Per Handy wird Kontakt gehalten. Eckhard mit Ehefrau Christine startet erst gegen Mittag von Hannover und kann daher ohne Schwierigkeit einige Stunden später Oldenburg passieren.

Am Spätnachmittag trudeln die drei Bandfahrzeuge an der Norddeich Mole ein

 

Nach einem kleinen Aufenthalt in der Hafenkneipe beladen wir einen Container mit den gesamten Bandklamotten (ca. 60 bewegliche Teile) und hoffen, dass das ganze Gedöns mit der Fähre zur Insel gelangt. Zwischendurch werden die Pkws in einer Autogarage geparkt. Nach einem gemütlichen Sit In im Hafenrestaurant gehen wir aufs Schiff. Es ist bereits brechend voll, vermutlich 1500 Passagiere. Wir erfahren, das es sich um eines der drei meist frequentierten Wochenenden auf der Insel Juist handelt! Verteilt über das Schiff, teilweise permanent stehend erreichen wir bei einbrechender Dunkelheit den Anleger Juist. Dort werden wir von einem dreifachen Empfangskommitee begrüßt, dem Organisator des Festivals, dem Gastronomen des Flughafenrestaurants und der Wirtin des Inselhospizes, in dem wir untergebracht sind. Das Gepäck wird vom Container auf einen Planwagen mit zwei Pferden umgeladen und schon geht’s in die Nacht hinein Richtung Inselhospiz. Ein romantischer Einstieg, fast wie auf Capri.

 

Nach Gepäckverladung und Zimmerverteilung kümmert sich Herr Lehmann, der Gastronom, um uns und führt uns in zwei Insellokale. Wir bleiben schließlich in der “Spelunke” hängen.

 

Am nächsten Morgen erkunden wir nach dem Frühstück die Insel. Wir staunen über die Ruhe und das gemächliche Tempo auf einer autofreien Insel und wundern uns über den gewaltig breiten Badestrand. Nach einer kleinen Stadtbegehung kehren wird zum Quartier zurück. Gegen 11 Uhr werden wir von unserem Kutscher per Planwagen abgeholt und Richtung Inselflughafen geschaukelt.

 

Dort besichtigen wir unseren Auftrittsort, zwei hintereinander stehende Ackerwagen zu Füßen des Flughafenrestaurants direkt am Deich und  in unmittelbarer Nachbarschaft zum Flugbetrieb. Während wir bei leicht sonnigem Wetter (ca. 14 Grad) aber zunehmendem Westwind aufbauen, fliegt förmlich unser Gastdrummer Helmut ein. Selbiger hat den Frühzug aus Hannover genommen und ist vom Festland in wenigen Minuten auf die Insel geschwebt.

 

Der Aufbau der Instrumente und des gesamten Equipment gestaltet sich bei aufbriesenden Winden zunehmend schwieriger. Pulte und Becken des Schlagzeugs lassen sich nur mühsam in der Vertikalen halten. Programm- und Harmonieblätter werden am Wagenboden getaped und geklammert (Tackern wäre gut gewesen!). Währenddessen füllen sich die Ränge. Ein Strom von Radfahrern, Fußgängern und Planwagenfahrern und nicht zuletzt Flugreisenden(!) lässt sich auf der Terrasse des Flughafenrestaurants und den ansteigenden Wiesen nieder. Der Wirt schätzt die Zahl der Besucher, die vorübergehen und verweilen auf mindestens 1000.

 

Eine Lady aus Hamburg fragt mit spitzem S: “Spielen Sie auch Dixieland?” Nachdem ihre Frage positiv beschieden worden ist, sucht sie sich hoffnungsfroh ein geeignetes Plätzchen.

 

Nach den etwas kompliziert geratenen Vorbereitungen starten wir angesichts der dunkel heraufziehenden Wolken früher als geplant. Etwa gut eine Stunde liefern wir unser Open Air Programm ab, die Musik läuft gut, der Drummer bringt guten Swing in den Laden, das Publikum reagiert mit freundlichem Beifall.

 

Da kommt, was kommen musste, Regen setzt ein. Guter Rat ist teuer. Es hilft nichts wir müssen abbauen und verziehen uns mit Instrumenten und Ausrüstung ins Gebäudeinnere. Dann wird die Losung ausgegeben: wir spielen im Zentrum des Restaurants. Dort platzieren wir uns mit deutlich geringerem technischem Aufwand - die Bläser spielen unplugged - und servieren den zahlreichen Gästen gewissermaßen Kammerjazz. Helmut am Schlagzeug setzt auffallend oft die Besen ein. Wir schwingen angenehm vor uns hin und das Publikum dankt es uns mit sehr herzlichem Applaus. So findet unser Auftritt trotz der bedauerlichen Unterbrechung noch einen sehr versöhnlichen Ausklang.

 

Nach Ende des Konzerts werden wir von Herrn Lehmann zu einem anständigen Essen eingeladen. Wir verabschieden uns und trennen uns in dem Gefühl, dass wir nicht zum letzen Mal an diesem schönen Ort am Ende der Insel Juist aufgetreten sind.

 

Die Rückfahrt mit unserem Planwagen ist noch mal ein schönes Abenteuer durch eine herrliche Insellandschaft mit vielen Fasanen und Meeresvögeln und einem nicht mehr einsetzbaren Planwagenführer. Aber glücklicherweise wussten die Pferde ja , wo es langgeht.

 

Abends statten wir noch dem Haus des Gastes eine Besuch ab, um uns dort noch ein paar Freibierchen vom Organisator des Festivals abzuholen.

 

Am Freitagmorgen sitzen wir gegen 7 Uhr am Kaffeetisch, da unser Fährschiff bereits gegen ca. 8.30 Uhr ablegt. Als um 7.30 Uhr unser bestellter Planwagen noch nicht am Horizont zu sehen ist, kommt noch mal Spannung auf. Aber dann wird doch noch alles gut. Wir treffen rechtzeitig am Hafen ein und setzen in einer gemütlichen Fahrt, am Tisch sitzend bei einer schönen Tasse Kaffee, über.

 

Gegen 15 Uhr treffen wir in Hildesheim ein und lassen eine schöne Mucker-Tour noch mal vor unserem geistigen Auge vorbeiziehen. Währenddessen sitzt unser Gastdrummer Helmut schon wieder an seinem Arbeitsplatz bei der Nord LB in Hannover und macht sich Gedanken über die Zuteilung eines Kredits. So ist das Muckerleben...

 


29.  Oktober 2004

 

Oldtime Jazz-Party im Dorfcafè Nienhagen

 

Nach längerer Zeit verschlägt es uns mal wieder ins Südniedersächsische – zwischen Harz und Solling. Im Moringer Ortsteil Nienhagen ist ein besonders hübscher Treffpunkt für nette Leute entstanden: das Dorfcafe Nienhagen. Es  resultiert aus dem Ausbau einer ehemaligen Scheune, in die die „Interessen-gemeinschaft Dorfcafe e.V.“ viel Geld , Arbeit und Enthusiasmus hineingesteckt hat. Für Kunst und Kultur ist Eberhard Vaupel zuständig. Der meint, nach Country Music und Rock  and Roll sei es Zeit ist, auch mal die Freunde des Traditional Jazz zu ihrem Recht kommen zu lassen. So geschieht es, das  die Hildesheimer RSP, auf Empfehlung aus dem Osteroder Jazzumfeld, zur Oldtime-Jazz- Party geladen ist. Wir erfahren beim Eintreffen an diesem schönen Meeting Point, das der Laden ausverkauft ist! Bestens organisatorisch vorbereitet und selbst gespannt auf das Publikum beginnen wir punktgenau um Acht.

 

Eberhard macht eine phänomenale Ansage- kaskadenförmig wie eine Dreistufenrakete - , so dass wir nach nur wenigen Sets hervorragend  beim Publikum ankommen. Die Stimmung ist fühlbar dicht, was nicht zuletzt auch auf  Eberhards  zündende Ansagen zurückzuführen ist. Auf engstem Raum legen wir uns mächtig ins Zeug und haben ein gutes Gefühl: Es schwingt! Immer wieder werden wir Musiker mit Vornamen vorgestellt, wodurch im Laufe des Abends eine große Vertrautheit zwischen Band und Publikum entsteht. Zwischen den diversen Sets bleibt auch Zeit für leckere Atzung in Form von Schinken- und Käsebrot. Die Einzelinterviews zu vorgerückter Stunde offenbaren zum Teil sehr persönliche Details bis zu den Wurzeln unseres weit über 40 jährigen Muckerlebens. Die daraus resultierende, nahezu private Atmosphäre hält  bis zum Schluss an. Als sich die Reihen lichten, werden die Gäste aus dem „Unterhaus“ des Cafes noch ins „Oberhaus“ gebeten und bilden einen engen Kreis um die Band.

 

 Auf Wunsch einer einzelner Dame spielen wir – ohne Widerstand zu leisten - „Ice Cream“. Wann hat es je eine solche Club-Mucke gegeben?

 


19. September 2004

 

Herbstliches Jazzvergnügen auf der Dillsburg bei Bockenem

 

Spätschoppen Vereinsvorstand Eintracht Hildesheim

 

Der Vereinsvorstand von Eintracht Hildesheim beschließt, seinen Öko-Spaziergang durch heimische Wiesen und Wälder zünftig mit Bier und Bratwurst auf der Dillsburg zu beenden. Auf besonderen Wunsch ist Musik von den Roman Street Paraders bestellt.  Wir postieren uns rechtzeitig im begleitenden Grün des malerischen Hofes am Brunnen. Bis auf ein kleines technisches Problem – das Mundstück von Eckhards neuer Tuba ist versehentlich zu hause geblieben – können wir pünktlich beginnen - Dank sei dem familieninternen Kurierdienst aus dem Hause Buchenau!

 

Das schmausende Völkchen einschließlich des amtierenden Niedersächsischen Finanzministers genießt offensichtlich die jazzigen Weisen und gerät bei herabsinkender Dämmerung auf der improvisierten Tanzfläche schier aus dem Häuschen. Nicht ganz unschuldig an der ausgelassenen Hotterei sind zwei „Tanzmäuse“ des Vereins, die durch geradezu professionelle Performance das feiernde Volk mitreißen.

 

Eine vorsorglich installierte einsame Lampe, halb im Gebüsch platziert, sorgt dafür , dass die Band ihre musikalischen Sets sauber zu Ende bringt. Als dann die Nacht hereinfällt bringt ein frühzeitig georderter Stadtwerke. Bus die müde gelaufenen und getanzten Einträchtler wieder in Richtung Heimat.

 

Viele geschüttelte Hände und anerkennende Wort zum Abschluss wollen wohl sagen: „Die Musik war echt Spitze“